Ein vertrautes Gesicht der Phantastikszene ist plötzlich nicht mehr da.

Die Nachricht hat uns sehr getroffen: Torsten Low ist am 13. September 2026 völlig unerwartet im Alter von nur 51 Jahren verstorben.

Torsten Low und sein gleichnamiger Verlag gehörten seit vielen Jahren ganz selbstverständlich zur deutschsprachigen Phantastikszene. 2005 hatte er gemeinsam mit seiner Frau Tina den Verlag gegründet und über die Jahre ein vielseitiges Programm aufgebaut – vor allem mit phantastischer Literatur, Anthologien, Kurzgeschichtensammlungen und Romanen. Zahlreiche Veröffentlichungen wurden mit Preisen ausgezeichnet; 2017 erhielt Torsten Low den BuCon-Ehrenpreis für seine Verdienste um die Phantastik.

Mit EXODUS gab es dabei gar nicht so viele direkte Berührungspunkte. Und doch hatte man beinahe den Eindruck, Torsten sei irgendwie immer da. Auf den Cons, auf denen auch wir mit EXODUS vertreten waren, gehörte er einfach zum vertrauten Bild. Ein Stand hier, ein Gespräch dort, ein kurzes Hallo im Vorübergehen – Torsten war einer jener Menschen, die eine Veranstaltung mit ihrer bloßen Anwesenheit ein Stück weit zu dem machten, was sie war.

Persönlich begegnet bin ich ihm zuletzt auf der ersten Metropol Con in Berlin. Wir haben uns dort unterhalten, und ich erinnere mich gern an dieses Gespräch zurück: unkompliziert, offen und ausgesprochen angenehm. Keine große Begegnung, die damals nach etwas Besonderem ausgesehen hätte. Und vielleicht sind es gerade diese beiläufigen Begegnungen, die einem später am stärksten im Gedächtnis bleiben.

In den vergangenen Tagen sind viele Erinnerungen an Torsten zusammengetragen worden. Immer wieder ist dabei von seiner offenen, herzlichen und verbindlichen Art die Rede. Und vielleicht erklärt das auch, warum diese Nachricht so viele Menschen in der Szene berührt: Torsten Low war nicht nur ein Verleger. Er war für sehr viele ein vertrautes Gesicht, ein Gesprächspartner, ein Freund und ein Teil dieser kleinen, besonderen Welt, die wir Phantastikszene nennen.

Nun wird man auf der nächsten Convention irgendwann unwillkürlich nach ihm Ausschau halten – und feststellen, dass er nicht mehr da ist.

Torsten wird fehlen. Sehr vielen Menschen.

Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Tina, seiner Tochter Emily und allen, die ihm nahestanden.

Ad Astra, Torsten.

René Moreau / EXODUS