Thomas Harbach

  • ... eine der besten semiprofessionellen Publikationen ...

    ... eine der besten semiprofessionellen Publikationen ...

    Beginnend mit dem eindrucksvollen Titelbild überzeugt vor allem die Galerie, in welcher der Computerkünstler Markus Vogt vorgestellt wird. Neben den warmherzigen einleitenden Worten sind es Vogts Graphiken, deren Giger Wurzeln nicht immer zu leugnen sind, welche im Vergleich zu anderen im Exodus Magazin vorgestellten Künstlern eine weitere Bandbreite aufweisen können. Die Bildqualität der mehr als zwanzig Farbseiten und des hervorragend ausgesuchten Titelbilds ist wie bei allen „Exodus“ Ausgaben überdurchschnittlich gut.   

  • ... überdurchschnittliche Ausgabe ...

    Mit einem erweiterten Umfang feiert die “Exodus“ Redaktion gleich zwei Geburtstage. 90 Jahre Herbert W. Franke besteht aus einer Würdigung seines Werkes und vor allem auch seines Einflusses als Herausgeber auf die deutsche Science Fiction. Die meisten Beiträge unter anderem von Andreas Brandhorst oder Andreas Eschbach, Franz Rottensteiner oder Horst Illmer beziehen sich auf sein Science Fiction Werk, während vor allem die Eheleute Angela und Karlheinz Steinmüller auf den Höhlenforscher Herbert W. Franke eingehen, der nicht in den Tiefen des Alls, sondern unter der Erde die meisten Herausforderungen und wahrscheinlich wunderbarsten Entdeckungen gefunden hat. Eine exklusive Kurzgeschichte Frankes soll in einer der nächsten „Exodus“ Ausgaben erscheinen, so konzentrieren sich die Herausgeber mit Ralf Boldts einleitenden Worten auf das Schaffen als Computerkünstler mit einer Reihe exemplarischer Arbeiten.

    H.W. Frankes Geburtstag steht aber im Schatten eines anderen Jubiläums: 30 Jahre Phantastische Bibliothek in Wetzlar. Neben einer Reihe von Geschichten, welche dieses Thema aufgreifen, sind es vor allem die Graphiken verschiedener Künstler wie Lothar Bauer, Oliver Engelhard, Mario und Thomas Franke oder Mario Hoyer, die individuell alternative „Titelbilder“ für diese Ausgabe entworfen haben. Auch wenn die Zukunft düster ist, scheint es so, als wenn Bücher und keine E- Books immer eng mit der Menschheit verbunden sein werden. Dirk Alt leitet mit „Arkanes Wissen- phantastische Bibliotheken“ diese besondere Galerie verschiedener Künstler vor allem auch in Kombination mit dem schönen ausdrucksstarken Titelbild dieser Ausgabe ein.

    Für viele der hier gesammelten Geschichten ist das aus Büchern stammende Wissen fast ein mystisches Gut, das den Zusammenbruch der Zivilisation unter allen Umständen überleben muss. Christian Endres „Wölfe lesen nicht“ erinnert zu Beginn an einen postnuklearen Italo Western mit einem überlebenden Bodyguard, der das Wissen der Menschheit in einen Kristall um seinen Hals gebannt zum Bunker eines inzwischen verstorbenen exzentrischen Milliardärs bringen soll. Die Pointe enthält eine bitterböse Wendung, in welche der Titel solide eingebaut worden ist. Ein zufrieden stellender sehr stringenter Auftakt dieses Themenbandes.

     Christian Weis beginnt mit der Flucht seiner Protagonisten aus einer Siedlung in „Durch die Zeitwüste“ mit einem ähnlichen Sujet wie Christian Endres. Wissen muss bewahrt werden. Dann schlägt der Autor allerdings den Bogen zu Außerirdischen und versteckten Raumschiffen. Er erhöht kontinuierlich das Tempo und überschlägt sich mit dem eher offenen Ende ein wenig zu sehr. Wahrscheinlich hätte dem Text neben dem eher metaphorischen, aber

    nicht konsequent zu Ende gedachten Hinweis auf die Zeitwüste eine Streckung gut getan. Die Charaktere wirken eher pragmatisch entwickelt und den einzelnen Wendungen dieser längeren Geschichte, aber leider nicht Novelle fehlt es an Tiefe, aber nicht an positiv gesprochen bunt zusammen gewürfelten Ideen.  

     Überdreht und vielleicht hinsichtlich der Auflösung ein wenig zu simpel präsentiert sich Victor Bodens „Immer diese Zeitreisegeschichten“ mit der die Erde immer noch suchenden Alexa. Sie landen auf dem Planeten des Bibliothekars, der sich an einer bestimmten Art von Geschichte verschluckt hat. Nicht ganz ernst zu nehmen mit vor allem hinsichtlich der Dialoge pointierten Ideen und einer fast skurrilen Überzeichnung nicht nur der Welt, sondern der Wesen, denen die Protagonisten begegnen wirkt nur das Ende ein wenig zu glatt, zu perfektioniert und damit auch zu folgerichtig. Der Weg dahin ist allerdings eines der farbenprächtigsten Lesevergnügen dieser „Exodus“ Ausgabe.

    Bücher findet man im All oder auf dem Meeresgrund. In den beiden längeren Geschichten „Der Raum zwischen den Worten“ von Uwe Hermann und „Relikt aus phantastischen Zeiten“ von Jacqueline Montemurri sind die Bücher Erben nicht nur der Menschheit. Während die Autorin ihren Text sehr konsequent zu Ende spinnt, überzeugt Uwe Herrmann mit einer interessanten Varaition des Erbes der Fremden, die an Bord ihres Raumschiffs auf dem Mars stranden und den Menschen scheinbar ihren Wissensschatz hinterlassen. Uwe Hermann kann seinen Text allerdings nicht konsequent genug zu Ende bringen und verweigert nicht als einziger Autor dieser „“Exodus“ Ausgabe eine klare Pointe. Unabhängig von dieser Schwäche lassen sich die beiden Storys ausgesprochen gut lesen

    Während der überwiegende Teil der Autoren Bücher generell als positiv sehen und den zukünftigen Generationen ins Stammbuch schreiben, das das literarische Erbe in welcher Form auch immer erhalten werden muss, zeigen andere Schriftsteller in unterschiedlicher Hinsicht die Risiken auf. In der letzten Story dieser Ausgabe weist Fabian Tomaschek darauf hin, dass man aus den Büchern in einem totalitären System nicht nur den Widerstand erlernen kann, sondern welche gefährlichen Krankheiten nicht im übertragenen, sondern tatsächliche Sinne transferiert werden können. Es ist eine dunkle, zynische, stilistisch ein wenig sperrige Geschichte, die vor allem auf der Charakterebene nicht gänzlich zufriedenstellt.

    Die letzte der längeren Geschichten ist im Grunde mystischer Horror, der in Norddeutschland spielt. Michael Siefener „Eine Bibliotheksphantasie“ ist eine Odyssee zwischen kleinen Städten eigentlich nach der besonderen Entdeckung entweder in einem der kleinen, unscheinbaren Antiquariate oder schließlich in den literarischen Schätzen eines alten Adelsgeschlechts. Der sympathische Erzähler nach dem Erhalt einer seltsamen Erbschaft macht sich auf eine Suche, die ihn wie es sich für Horror gehört zu einem gänzlich anderen Ziel führt. Die Story ist gut geschrieben, die morbide Atmosphäre mit Anspielungen und keinen Exzessen überzeugt bis zum Ende, das ein wenig zu stark konstruiert erscheint und vor allem dem bisherigen Weg nicht gerecht wird.

     Einige Texte spielen in und um die  phantastische Bibliothek Wetzlars. Wolf Wellings „Schutzengel“ könnte auch in Anspielung an Wim Wenders Film „Der Himmel über Wetzlar“ heißen. Es beginnt mit einem Con in den Räumen der phantastischen Bibliothek und einer Anspielung auf „Fahrenheit 451“ mit einem offensichtlich erkennbaren Ebenbild des amerikanischen Präsidenten und endet mit der Bürokratie hinter den Himmelspforten. Wellings Geschichte beginnt dunkel und getragen, wird dann mit dem Operationssaal bizarr, bevor er den Bogen zu den dramatischen Ereignissen zurückschlägt und nachweist, dass niemand seiner mittelbaren Vergangenheit in welcher Form auch immer entkommen kann. Der Einbau der Bibliothek ist nahtlos und das Tempo der Geschichte ansprechend hoch.   

    Manfred Borchard ist mit dem Nachdruck seiner Kurzgeschichte „Die Nietzsche- Druckmaschine“ vertreten. Thomas Frank illustriert den kurzweilig zu lesenden Text, der Borchards surrealistische Ideen mit jedem Menschen ein Nietzsche Buch unterstreicht, wobei die Angst vor der Atomkrieg zu sehr auf die siebziger und achtziger Jahre anspielt. Sie wirkt vor allem aufgesetzt. Alleine die Idee dieser gigantischen Druckmaschine und ihrer einzigartigen Mission hätten als Unterhaltung ausgereicht.

     Tino Falke zeigt die bittere Wahrheit auf, wenn Eltern aufgrund literarischer „Erfolge“ und Populismen ihre Kinder mit seltsamen Namen strafen. „Mandragora Schmidt gegen den Kristall der Zeit“ ist eine bitterböse Abrechnung mit diesen Trends und zeigt auf, welche Folgen sie in den unschuldigen wie hilflosen Kindern hinterlassen.

     Die kürzeren Texte dieser Ausgabe gehören eher zu den schwächeren Arbeiten. Uwe Post „Für immer halb elf“ entwickelt auf der einen Seite das Szenario einer zeitlosen Bibliothek mit einer besonderen „Schreckschraube“ als Bibliothekarin und der lese- und Schreibunwilligen Generation, auf der anderen Seite gibt es einen belehrenden offenen Abschluss, der unvorbereitet erscheint. Hans Jürgen Kugler hält sich in „Die Gedanken sind frei“ eher an dem Motto fest und versucht stilistisch ambitioniert, inhaltlich verspielt, aber wenig konsequent verschiedene Bilder aneinander zu reihen, die Traum und Realität miteinander verbinden. Auch hier wirkt der Plot eher hemmend und beide Geschichten wirken eher improvisiert als ausdrücklich konzipiert. 

    "Exodus 36"  überzeugt nicht nur durch die Fokussierung der Geschichten auf ein einzelnes Thema. Die Qualität der einzelnen Arbeiten ist überdurchschnittlich hoch und nicht eine Story fällt qualitativ ab. Neben der durch die verschiedenen Künstler so abwechslungsreichen Galerie sind es vor allem die zahlreichen, vermehrt auch farbigen Graphiken verschiedener Zeichner wie Thomas Franke, Lothar Bauer, Thomas Hofman, Jan Hillen oder Hubert Schweizer, die diese umfangreichere Ausgabe von „Exodus“ aus den qualitativ schon ansprechenden letzten Nummern beginnend mit dem interessanten Titelbild positiv und weit herausragen lassen. Wer gerne de “ Welten einmal kennenlernen möchte, sollte zu dieser überdurchschnittlichen Ausgabe greifen und sich in die Welt der Bücher durch die Kraft der Kurzgeschichten entführen lassen. Nicht aus jeder Story wird der Leser zurückfinden, aber das Risiko sind alle Texte wert.

    Thomas Harbach auf:

    http://www.robots-and-dragons.de/buchecke/14026-exodus-36

  • ... überdurchschnittliche Ausgabe ...

    »... überdurchschnittliche Ausgabe ...«

    Mit einem erweiterten Umfang feiert die “Exodus“ Redaktion gleich zwei Geburtstage. 90 Jahre Herbert W. Franke besteht aus einer Würdigung seines Werkes und vor allem auch seines Einflusses als Herausgeber auf die deutsche Science-Fiction. Die meisten Beiträge unter anderem von Andreas Brandhorst oder Andreas Eschbach, Franz Rottensteiner oder Horst Illmer beziehen sich auf sein Science Fiction Werk, während vor allem die Eheleute Angela und Karlheinz Steinmüller auf den Höhlenforscher Herbert W. Franke eingehen, der nicht in den Tiefen des Alls, sondern unter der Erde die meisten Herausforderungen und wahrscheinlich wunderbarsten Entdeckungen gefunden hat.

  • »EXODUS 35 (...) grundsolide Ausgabe ...«

    »EXODUS 35 (...) grundsolide Ausgabe ...«

    Robots & Dragons zur neuen EXODUS 35:

    Mahnende Geleitworte eröffnen die zweite „Exodus“ Ausgabe des Jahres 2016 und die insgesamt 35. Nummer wieder mit Graphiken, Lyrik und schließlich auch insgesamt neun Kurzgeschichten. Den Anfang und das Ende bilden zwei Kurzgeschichten von Sven Holly Nullmeyer. „Liebes Sternengefunkel“ als Ausklang der Ausgabe ist eine Satire auf die Konsumgesellschaft, übertragen in eine ferne und doch klar erkennbare Zukunft. Das verbindende Element mit der Auftaktstory „Mein geliebtes Kometenschweifchen“ ist die Idee, das diese bizarren Geschehnisse sich in einer Art Paralleluniversum abspielen.

  • Exodus 22: Nachdruck mit farbiger Komplettsanierung

    Exodus 22: Nachdruck mit farbiger Komplettsanierung

    Die zweiundzwanzigste „Exodus" Ausgabe war im Gegensatz zu einer Reihe von Heften früheren Erscheinungsdatum schon länger vergriffen. Da die Herausgeber mit den nächsten Ausgaben erst auf eine blaue Titelschrift und später auf Farbe insbesondere in den immer wieder sehenswerten graphischen Teilen gewechselt sind, bot sich im Grunde ein Nachdruck in Form einer farbigen „Komplettsanierung" gerade zu an. Jetzt liegt die Ausgabe mit dem auffälligen umlaufenden Titel von Mario Moritz als Neuauflage vor.

    Uwe Posts Geschichte „Instant Man" eröffnet die EXODUS 22 Ausgabe. Bizarre wie rückblickend verblüffend einfache Ideen sind inzwischen zu Uwe Posts Spezialität geworden. Anstatt willige Helfer zu klonen, kann man sie - wie Tütensuppe durch Aufgießen und drei Stunden ziehen lassen - „züchten". Allerdings gibt es Gesetze, die einen Missbrauch verhindern sollen. Mittels eines Spezialchips gibt es zumindest in der Theorie eine gewisse Überwachung. Aber auch Neoterroristen haben den einmaligen Wert dieser Instantmenschen erkannt. Neben der brillanten Idee, die einfach von Uwe Post ohne wissenschaftliche Erklärung in den Raum gestellt wird, überzeugt Posts experimentierfreudiger Stil. Handlungstechnisch wirkt allerdings die Ermittlungsarbeit des Polizisten im Fall des missbrauchten Instant Man zu oberflächlich, zu fragmentarisch, um wirklich überzeugen zu können. Auch fehlt der Geschichte eine emotionale Ebene, welche die beschriebenen Ereignisse greifbarer, zugänglicher gemacht hätte. Vielleicht kann Uwe Post „Instant Man" irgendwann zu einer längeren und besser strukturierten Novelle ausarbeiten. Die Grundidee bürgt ausreichend Potential.

  • Exodus 25: Der nächste Schritt

    Die Jubiläumsnummer 25 stellt für »Exodus« den nächsten Schritt dar. Nach der Farbe kommen jetzt die Themen.

    Das Magazin mit seinen zehn Geschichten von neun Autoren steht unter dem Thema „Die neuen Menschen". Heinz Wipperführth erläutert, das BILD DER WISSENSCHAFT festgestellt hat, dass unsere Gehirne beim Ausmalen zukünftiger Ereignisse bestimmte Gehirnregionen aktivieren. Grund genug, die graue Masse intellektuell zu stimulieren und das Auge mit teilweise farbigen Zeichnungen und Graphiken zu erfreuen.

  • Exodus 26

    Exodus 26: Die psychedelischen Bildwelten Wenskes

    Standen in den letzten Bänden in erster Linie Themenwelten im Mittelpunkt der einzelnen "Exodus" Ausgaben, gehen die Herausgeber im Grunde den logischen Schritt weiter. Um das Portrait des Künstlers Helmut Wenske - mit zahlreichen farbigen und großformatigen Bildern im Mittelteil, die aufgrund der sehr guten Druckqualität der vorliegenden Ausgabe auch entsprechend zur Geltung kommen - haben sie neben einer kurzen Fabel und einem Gedicht Geschichten platziert, die von den psychedelischen Bildwelten Wenskes inspiriert worden sind. Uwe Anton führt in Wenske unter dem Einfluss von Drogen entstandene Werke ein und bereitet den Leser auf Wenske ironisches Essay "Phantastik Kunst & Kifferwahn" vor. Es ist sicher kein Zufall, das Philip K. Dick den Künstler am ehesten inspirierte, während ansonsten seine markanten und expressiven Bilder in erster Linie SF- Romane wie zum Beispiel Otto Basils "Wenn das der Führer wüsste" schmückten, ohne in einem Zusammenhang mit dem Roman entstanden zu sein. Wenske selbst sieht sich auch eher als freischaffender Künstler - viele seiner Werke zieren eine Reihe von Platten unterschiedlicher und heute weniger bekannter Gruppen wie zum Beispiel "Nektar" -, der keine Auftragsarbeiten abliefern wollte oder konnte. Sein kurzes Essay, in dem er unter anderem seine Erfahrungen mit den biederen örtlichen Kulturverbänden genauso beschreibt wie auch hinsichtlich seines Drogenkonsums kein Blatt vor den Mund nimmt, ist frech und offen provozierend geschrieben. Es zeigt Wenske als einen genauen Beobachter seiner Umwelt, aus welcher er sich aber im Grunde nicht viel bis gar nichts gemacht hat. Die verschiedenen Bilder geben einen sehr guten Einblick in das Schaffen des Künstlers.

  • Exodus 27: Die neuen Menschen

    Exodus 27 - keine Themenausgabe!

    Mit „Exodus 27" liegt dieses Mal keine reine Themenausgaben wie zum Beispiel „Die neuen Menschen" vor. Die insgesamt elf Geschichten - die Herausgeber zählen auch Erik Simons Gedanken zur Phantastik der Eheleute Braun zu den Stores - werden in bekannter Manier von sehr guten, in unterschiedlichen Techniken erstellten teilweise farbigen Graphiken begleitet. Im Gegensatz zu den manchmal teilweise flammenden Vorwörtern ist das Editorial fast pflegeleicht. Im Mittelpunkt des graphischen Parts stehen die Welten des Crossvalley Smiths, einem unter Pseudonym veröffentlichenden Computergraphikkünstlers. Klaus N. Frick führt in dessen Arbeiten ein, wobei er die künstlerischen Aspekte von am Computer entstandenen Zeichnungen heftig und kontrovers für sich selbst diskutiert. Das anschließende Interview mit dem Graphiker ist deutlich aufschlussreicher und zeigt einen konträren Standpunkt. Crossvalley Smith unterscheidet zwischen dem technischen Hilfsmittel Computer und dem weiterhin vorhandenen künstlerischen Auge, die zusammenwirken müssen. Die in Farbe und exzellenter Druckqualität wiedergegeben Graphiken geben einen sehr guten Überblick über das Werk Crossvalley Smiths, wobei der Hinweis auf dessen Homepage mit 56 Bildwerken zu Motiven der „Raumpatrouille Orion" - einige wenige Arbeiten werden stark verkleinert und in schwarzweiß ebenfalls dem Interview beigefügt - das künstlerische Spektrum noch stark erweitert. Seine außerirdischen Welten wirken exotisch und sind phantasievoll gestaltet. Die Kombination aus fotorealistischen Motiven - siehe auch das eindrucksvolle Titelbild - und kreativer freigeistiger Gestaltung funktioniert nicht immer perfekt. Manchmal wird das Auge zu sehr zu den integrierten „Fotos" gelenkt und die Phantasie plötzlich wieder auf eine zu realistische Ebene zurückgeführt. Zusammengefasst sind die Graphiken aber eindrucksvoll und diese Werksschauen geben den einzelnen „Exodus" Magazinausgaben ihren besonderen hervorzuhebenden Flair.

  • Exodus 28

    Exodus 28: Von fernen und anderen Reisen

    Das Thema „Von fernen und anderen Reisen" bietet erstaunlich viele Variationen. Die Herausgeber haben in ihrem Vorwort darauf hingewiesen, das die Anzahl der Beiträge zu Themenbänden geringer, die Qualität aber deutlich höher ist. Die hier gesammelten Geschichten unterstreichen diesen nicht nach Eigenlob klingenden Tenor, nach der etwas schwächeren siebenundzwanzigsten Ausgabe gehört die neue Nummer zu den besten Heften der letzten Jahre.

    Helmuth W. Mommers eröffnet den Reigen mit der unterhaltsamen Farce „Goodbye, James!", in der die Verwechselung eines einfachen Koffers – Aluminium – die Welt eines einfachen, bodenständigen Handelsvertreters einstürzen lässt. Ausschließlich aus dessen subjektiver, nicht ganz ernster Perspektive erzählt spannt Mommers den Bogen von den James Bond Filmen – daher die Anspielung im Titel – zu klassischeren Science Fiction Sujets, die stilistisch erstaunlich offensiv und vor allem positiv verspielt kurzweilig miteinander kombiniert. Das Ende ist konsequent und vor allem nicht belehrend bemüht. Eine seiner besten Geschichten, die vor allem inhaltlich auf allen Ebenen überzeugen kann.

  • sf-radio.net

    Exodus 29: Autoren mehr oder minder freie Hand gelassen

    Im Vergleich zu den lockeren letzten Themenausgaben haben die drei „Exodus" Herausgeber ihren Autor mehr oder minder freie Hand gelassen. Herausgekommen ist eine breit aufgestellte Anthologie mit Werken der bekannten Stammautoren sowie einer Reihe von Debütanten. Ergänzt wird die Ausgabe nicht nur durch die zahlreichen, sehr guten Illustration, die Thomas Franke gewidmete Galerie, sondern auch durch Lyrikbeiträge, denen zuletzt Wolfgang Jeschke in seinen Heyne Anthologien einen vergleichbar breiten Raum eingeräumt hat.

    Rolf Krohns "Die Schraube" ist einer dieser kurzen Texte, dessen Idee keine Geschichte in dieser Form tragen kann. Die Besatzung eines Raumschiffes, dessen Aufgabe die Säuberung des Alls vor der Raumfahrt gefährlichen Meteoriten und anscheinend auch Weltraumschrott ist, findet eine Schraube und dirigiert sie an Bord des Raumschiffes. Die Herkunft der Schraube ist unbestimmt, vielleicht sogar nachhaltig unbestimmbar. Handelt es sich um einen ersten Kontakt mit dem Müll von Fremdwesen. Stimmig geschrieben wirkt "Die Schraube" eher wie eine Impression.

  • Robots & Dragons bespricht EXODUS 37

    Mit „Exodus 37“ liegt die Winterausgabe 2017/ 2018 vor. Wie die Herausgeber in ihrem Vorwort herausstellen, soll Qualität vor Quantität stehen, so dass eine Art Zwei-Jahres-Rhythmus mit drei Ausgaben angestrebt wird. Angesichts der Professionalität, mit welcher das Magazin seit vielen Jahren wiedererscheint, kann der Leser diese regelmäßige Unregelmäßigkeit wahrscheinlich ohne Probleme verkraften.

  • Thomas Harbach zu EXODUS 33:

    Thomas Harbach zu EXODUS 33:

    »Exodus 33 ist die zweite Ausgabe des Jahres 2015. Das Herausgeberteam hat sich sehr viel Mühe gegeben, neben der bekannten Synthese aus Bild und Text vor allem eine breite Palette von phantastischen Themen begleitet sogar von aktuellen politischen Cartoons anzubieten. Höhepunkt ist ohne Frage die Galerie von Timo Kümmels Titelbildern. Christian Endres stellt den Künstler vor. Kümmels Bilder – viele sind vom Atlantis Verlag und wirken in diesem größeren Format noch eindrucksvoller – zeigen seine Bandbreite. Vor allem, weil er ausschließlich am Computer arbeitet und trotzdem phantastische wie realistische Landschaften erschafft. Aber Kümmel ist nicht alleine in einer visuell interessant gestalteten Ausgabe.    

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