Leipzig - Visionen gestern und heute

Anthologie zu nie verwirklichten Bauprojekten

Auf die Ausschreibung hatten wir vor geraumer Zeit bereits hingewiesen. Nun wird das Buch LEIPZIG - VISIONEN GESTERN UND HEUTE am 24.10.2015 zeitnah vorgestellt:
Eine Anthologie mit interessanten Science-Fiction-Geschichten zu nie verwirklichten Bauprojekten in Leipzig. Herausgegeben von der EDITION SOLAR-X und dem »Freundeskreis Science Fiction Leipzig e.V.«

Acht Essays zur Short Science Fiction

Michael K. Iwoleit - »Reductio ad absurdum«

In diesem Buch finden wir eine Sammlung von Essays über und Kommentaren zur Science Fiction Literatur, insbesondere aus dem Bereich der Kurzgeschichte. Mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet, ist der Verfasser gewiss kein Unbekannter in der Szene, nicht zuletzt auch als Herausgeber des SF-Magazins Nova. Mit »Reductio ad Absurdum« beweist er einmal mehr seine fundierte Kenntnis des Genres.

Das Science Fiction Jahr 2015

Gewohnt ambitioniert: Golkonda

Nachdem 2014 die letzte Ausgabe der traditionsreichen Sachbuch-Reihe im Heyne Verlag erschien, liegt nun endlich der mit Spannung erwartete Folgeband erstmalig bei Golkonda vor: »Das Science Fiction Jahr 2015«.

»Nicht komplett anders, aber doch ein wenig umgestaltet führen wir die bisher im Heyne Verlag erschienene Reihe »Das Science Fiction Jahr« fort: Vielfältige Features, z. B. ein Bericht über SF in China oder ein Interview mit Der Marsianer-Autor Andy Weir, durchbrechen die Rezensions- und Faktenteile. Einerseits konzentrieren wir uns hier strikt auf SF-Themen, andererseits bietet beispielsweise die Bibliographie der Neuerscheinungen einen Überblick über die gesamte deutschsprachige Verlagslandschaft.«, so berichtet der Verlag.

Drohnenland

Die ersten 30 Minuten mit Tom Hillenbrands »Drohnenland«

Endlich hatte ich wieder Zeit, 30 Minuten in einem Buch zu schmökern. Dieses Mal traf es Tom Hillenbrands »Drohnenland«, Gewinner des Friedrich-Glauser-Preises für den besten Krimi und des Kurd-Laßwitz-Preises für den besten Science-Fiction Roman 2015. Bei der Lektüre von Hillenbrands »Drohnenland« kann ich mir gut vorstellen, wie sich die Fernsehzuschauer in den 60er Jahren vorgekommen sein müssen, als Star Trek ins Fernsehen kam.

Bei Chris Schlicht dampft es gewaltig: »Maschinengeist«

Die ersten 30 Minuten von: »Maschinengeist« von Chris Schlicht

Ich war einmal auf einer Lesung von Henning Mankel (der sich MANkl und nicht wie von mir fälschlicherweise gedacht ManKEL ausspricht), auf der er »Kennedys Hirn« vorstellte. Jemand aus dem Publikum fragte ihn, weshalb er dem Roman diesen Titel gab. Er antwortete: »Der Titel eines Buches ist wichtig. Entweder klappen Sie die nächste Seite auf oder lassen es.«
Ich wollte nicht gar so hart sein. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, neuen Büchern mehr Gelegenheiten statt nur des Titels zu geben, mich von ihrem Inhalt zu überzeugen.

»AmeriKKan GotiK« - neue Erzählungen von Markus K. Korb

»Die schwarze Seite des amerikanischen Traums«

Ich mag Horror gar nicht. So überhaupt gar nicht. Wenn das Gruselformat im Fernsehen läuft, schalte ich sofort weiter. In der Videothek mache ich um die DVDs einen großen Bogen. Über das Textformat brauchen wir uns eigentlich gar nicht zu unterhalten. Während Stephen King meine Frau nächtelang wachgehalten hat, trieb er mich bereits nach drei Zeilen in den Schlaf.
Und nun halte ich diese Textsammlung mit dem seltsamen Titel »AmeriKKan GotiK«, frisch aus dem eBook-Compiler, in den Händen und denke: »Oh Dear Lord!«. Sagen wir schlicht, ich halte das Spiel mit der Orthographie für unnötig.

Aber Markus K. Korb hat mich eines Besseren belehrt. Kurz gesagt, seine Geschichten sind großartig. In diesem Band kreisen alle Geschichten, unschwer am Titel zu erkennen, um das Thema Amerika und seine Historie und Kultur. Mit jeder Geschichte nimmt sich Korb eines der vielen Themen an, die an den USA so prägnant sind: Rassismus, Einwanderung, Religion, Vorurteile, Popkultur.

Fehlstart ins Atomzeitalter

Heinz J. Galle mit weiterem interessantem Titel bei DvR

Ich erinnere mich daran, dass es in einem unserer Bücher in der Grundschule auf der letzten Seite zwei Illustrationen über Städte der Zukunft gab. Diese haben mich immer besonders fasziniert. Soweit ich weiß, war Atomenergie in meiner Kindheit in den Siebzigern kein großes Thema. In den Achtzigern wurde es wieder eins. Rückblickend kann ich sagen, dass ein Geist des Aufbruchs, eine Hoffnung auf endgültige Erlösung durch Technik Anfang der Siebziger immer noch spürbar war. Im Jahrzehnt danach ging er gründlich verloren.

Als ich irgendwann erfahren habe, wie lang der Atommüll nach dem Gebrauch noch strahlt, war ich regelrecht entsetzt und bin schlagartig zu einem Atomkraftgegner geworden. Womit ich auf der Höhe der Zeit meiner Generation war. Und es war mir unbegreiflich, wie die Menschen jemals so eine Dummheit begehen konnten. Ich ahnte wohl, dass es zu einer bestimmten Zeit einen politische Willen gegeben hatte, dass es eine Angst gegeben hatte, nicht am Fortschritt teilhaben zu können, aber dennoch blieb es mir ein Rätsel.

Zwischenzonen

Kurzgeschichtensammlung von Wolf Welling

Was Wellings Kurzgeschichten auszeichnet, ist die Betrachtung von Science Fiction Themen aus einer sehr menschlichen Perspektive. Es sind die subjektiven Erfahrungen der Menschen, ihr Gefühlsleben und ihre Gedanken, die im Vordergrund stehen. Dabei ist Welling keinesfalls der Tradition der New Wave zuzurechnen, denn bis auf wenige Ausnahmen bilden durchaus harte Wissenschaft und Technik die Grundlage, auf der die Geschichten aufgebaut werden.

Haben Sie vielleicht schon mal davon gehört, dass subatomare Teilchen nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort existieren? Sie befinden sich tatsächlich in einer undefinierten Superposition. Richtig, es handelt sich um Heisenbergs berühmte Unschärferelation. Was würde es bedeuten, wenn das auch auf den Makrokosmos zuträfe, auf unser Leben? Kann man gleichzeitig tot und lebendig sein? In »Die Katze Schrödinger« gibt uns Welling eine Antwort.

Einen zum Tode verurteilten, perversen Mörder gibt Welling in »Target No. 9« (Erstveröffentlichung in EXODUS 29) die Chance, sein Leben etwas zu verlängern, allerdings in Form einer fliegenden Bombe, mit der islamistische Terroristen empfindlich getroffen werden sollen.

Einen melancholischen Anstrich hat die Geschichte »Venezia muore« (Erstveröffentlichung in EXODUS 28). Der Meeresspiegel ist gestiegen und Venedig versinkt und verfällt zusehends. Während alle Bewohner die Stadt längst verlasen haben, ist Aschenbach hierhergezogen, um gemeinsam mit der Lagunenstadt zu sterben. Gelegentlich läuft ihm eine attraktive Frau über den Weg, die ebenfalls hier wohnt. Aber keiner der beiden hätte ein Interesse an einer näheren Bekanntschaft. Als sie ihn an ihrem Geburtstag zu einem Drink einlädt, finden sich beide plötzlich in einem alternativen, einem sehr lebendigen Venedig wieder. Diese Geschichte ist weniger Science Fiction, sondern eher allgemein Phantastik. Welling beweist hier, dass er auch diese brillant zu schreiben versteht.

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